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2. Oktober 2026 Waldkindergarten in Egweil nach Brand im Januar eingeweiht |

Foto: Hans-Peter Gabler
Die Egweiler Waldspatzen sind zurück mit ihrem Wald- und Naturkindergarten im Landkreis Eichstätt: Pünktlich zum Beginn des Kindergartenjahrs wurde der neu erworbene Wagen in Betrieb genommen. Nun wurde er bei einer Feierstunde mit zahlreichen Eltern und Besuchern eingeweiht. Pfarrer Slawomir Gluchowski segnete die Einrichtung.
Der Wald sei ein Ort, in dem die Schöpfung erlebbar sei, betonte er zuvor. Die Kinder sangen das Lied „Wir feiern heute ein Fest!“ und führten später einen Tanz auf. Heinz Zimmer vom örtlichen Motorfliegerclub brachte den Kindern im Namen des Vereins ein Überraschungspaket, das an Ort und Stelle ausgepackt wurde und neben Leckereien auch wertvolle Materialien für die Betreuung beinhaltete.
Vier Jahre bis zur Idee, die das Feuer zerstörte
„Wir blicken auf einen Ort voller Leben, Kinderlachen und Entdeckergeist“, freute sich Bürgermeister Johannes Schneider. Und mit schmerzlicher Erinnerung stellte er heraus, dass die Idee für einen Waldkindergarten vier Jahre brauchte, bis ein Feuer in wenigen Stunden alles zunichtemachte. Das damals neue Spielzimmer der Kinder war mit viel Herzblut und Einsatz aufgebaut worden, erinnerte er. Umso erfreulicher sei der Tag der erneuten Einweihung eines Waldkindergartens. Dass dies in der kurzen Zeit und unter nicht immer optimalen Rahmenbedingungen funktionierte und parallel dazu die Betreuung der Kinder gewährleistet wurde, sei einigen Institutionen und Personen zu verdanken.
An erster Stelle nannte er das Personal des Kindergartens mit einem hohen Improvisationsgeschick. Dabei schloss er die Mitarbeiter des Regelkindergartens „Spatzennest“ ausdrücklich mit ein. Als starker und verlässlicher Partner hat sich das Bayerische Rote Kreuz - Kreisverband Eichstätt (BRK) mit dem Kreisgeschäftsführer Michael Gorum und Regina Schneider als Kinder- und Jugendleitung erwiesen. Einen ausdrücklichen Dank richtete er an den anwesenden stellvertretenden BRK-Kreisvorsitzenden Josef Grienberger. Er hatte unmittelbar nach dem Brand angeboten, Kinder in Eichstätter Einrichtungen unterzubringen.
Viele Spenden halfen beim Aufbau
Schneider erwähnte die Unterstützung durch die gemeindlichen Vereine und die Initiative von Tobias Schlamp. Er hatte mit einem Spendenaufruf in kürzester Zeit über 8000 Euro gesammelt für die Beschaffung von nötigen Materialien und Spielgeräten. Der Egweiler Motorfliegerclub und die private Spendenorganisation „Hand in Hand“ hatten sich mit sehr großzügigen Spenden eingebracht. Schneider verwies auch auf die materielle Unterstützung durch die Baufirma Hirsch und dankte den Mitarbeitern des Bauhofs, die nach monatelanger Arbeit miterleben mussten, wie ihr Werk – der vorherige Kindergarten – in Flammen aufging. Die gemeindlichen Vereine hatten ebenfalls in einer Spendenaktion gestaltete Warnwesten für die Kinder angeschafft. Den Mitgliedern des Gemeinderats dankte Schneider für die unkomplizierten Entscheidungen bei der Neubeschaffung.
Ein Tag für die Kinder der Einrichtung
„Es ist heute ein besonderer Tag für die neue Heimat der Kinder und auch für die Gemeinschaft“, stellte Grienberger heraus. Seit der Ausnahmesituation im Frühjahr hätten sie durch einen immensen Zusammenhalt viel geschafft und gemeistert. Sie hätten Funktionsfähigkeit und Gemeinsamkeit in einer schwierigen Situation unter Beweis gestellt und den Unterschied gezeigt. Dies verdiene große Anerkennung und Respekt. Jede Gemeinschaft brauche so ein Engagement, so Grienberger.
Gorum widmete den Tag den Kindern. Er hob ebenfalls den Zusammenhalt der Gemeinde hervor und dankte allen Beteiligten für das außergewöhnliche Engagement. Nach den ersten Sorgen, ob jemandem bei dem Brand etwas passiert sei und wie es weitergehen könne, sei ein Stück weit Erleichterung eingekehrt.
Alle fühlen sich wohl
Wehmütig erinnerte die Gruppenleiterin der Waldspatzen, Frederike Bergmann, an den Beginn des Abenteuers Waldkindergarten: Vierzehn Frischlinge seien zum Start in das Bauwagennest eingezogen und zu Waldspatzen geworden. Sie hätten den Wald mit Leben gefüllt und kennengelernt. Trotz der Tragik im Frühjahr mit dem Brand des Wagens bleibe viel Erinnerung bei allen. Auch, dass niemand persönlich zu Schaden gekommen sei, sei sehr erfreulich. „Die Verantwortlichen des Kindergartens spürten von Anfang an eine große Unterstützung und Hilfe aus der Gemeinde und machten aus der Situation mit Hilfe vieler Unterstützer das Beste in der Übergangszeit“, betonte Bergmann. Seit sie wieder in ihrem neuen Domizil sind, fühlen sich alle wieder richtig in ihrem Element und genießen die Zeit im Wald mit dem Wandel der Jahreszeiten. Sie dankte ausdrücklich Josef Schlamp für die Hilfe.
Neben den Waldspatzen gibt es im Ort den Regelkindergarten mit zwei Gruppen und einer Krippe. Die Gesamtleitung für alle Einrichtungen im Ort und im Wald liegt bei Kerstin Landgraf. Der Waldkindergarten ist für zwanzig Kinder ausgelegt und wird aktuell von vierzehn Kindern besucht. Im Wald und auch im Regelkindergarten sind demnach Plätze frei. Interessenten erhalten Informationen direkt bei der Einrichtungsleitung.

